Sonntag, 18. November 2018
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Aus der Chronik der Emmeringer Feuerwehr

Die Geschichte der Emmeringer Feuerwehr, lässt sich urkundlich bis in das Jahr 1872 zurückverfolgen.

Die Grundlage, auf welcher die Emmeringer Wehr ihr Gründungsfest begeht, findet sich in der Inschrift der Feuerwehrfahne. Dort ist das Jahr 1869 als Gründungsjahr angegeben, welches wohl auf mündlicher Überlieferung basiert. Doch ist es durchaus wahrscheinlich, dass erste Bestrebungen, in Emmering, eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen, bis in diese Zeit zurückreichen.

Vorstand und zugleich Erster Kommandant, der damals etwa 30 Mann starken Feuerwehr, war im Jahre 1872 der Mühlenbesitzer Johann Aumüller, junior, sein Stellvertreter auf dem Kommandantenposten der Wirt Johann Feiner. Ein Jahr Später gibt der damalige Bürgermeister Vogt die Mannschaftsstärke der bestehenden Pflicht und Gemeindefeuerwehr mit 40 Männern und weiteren acht Bürgersöhnen als freiwilligen Feuerwehrmännern an. Interessant ist auch der Hinweis des Bürgermeisters auf die von der "Feuerwehr bedienten Spritzen: Eine vierrädrige Saug und Druckspritze nebst einer kleinen Buttenspritze".

Ansonsten scheint es im vorigen Jahrhundert um die persönliche Ausrüstung und einheitliche Uniformierung der Feuerwehrmänner schlecht bestellt gewesen zu sein, denn die Mitglieder mussten dafür selbst aufkommen und nicht alle waren wegen fehlender Mittel dazu in der Lage. Fehlende Ausrüstungsgegenstände waren denn auch die Ursache des Unmutes des für Bruck zuständigen Bezirksfeuerwehrvertreters Kamm, der 1880 eine Übung überwachte. Kurzerhand meldete er, ohne dass ein Vertreter der Emmeringer Feuerwehr je eine derartige Erklärung abgab, an das Bezirksamt, dass Emmering den Austritt aus der Freiwilligen Feuerwehr erklärt hat und demzufolge eine Pflichtfeuerwehr" ist. Möglicherweise wollte sich Kamm der, wie erhalten gebliebene Akten nachweisen, den Emmeringern gegenüber auch sonst nicht gut gesinnt war nur vor dem Bezirksamtmann profilieren, denn unter dem Datum des 13. März 1881 berichtete er abermals an das Bezirksamt, dass die Emmeringer Feuerwehr "durch meine Beihilfe reorganisiert wurde, so dass diese vom 1. diesen Monats wieder Freiwillige Feuerwehr ist".

Als im Jahre 1900 den Feuerwehrleuten Matthias Eckerer, Martin Gögg, Valentin Hofmann, Jakob Klener, Johann Kistler, Xaver Kistler, Lorenz Schneider, Josef Seemüller und Josef Unsinn für 25‑jährige Mitgliedschaft das inzwischen gestiftete Ehrenzeichen verliehen werden sollte, gingen diese durch die zwanzig Jahre zurückliegende Unfreundlichkeit des Bezirksfeuerwehrvertreters Kamm letztlich leer aus. Die vorgesetzte Behörde schenkte eidesstattlichen Erklärungen Emmeringer Mitglieder, ihre Feuerwehr habe seit der Gründung ohne Unterbrechung bestanden, kein Gehör, sondern berief sich auf die noch vorliegenden Meldungen Kamms.

Eine Liste mit den Namen der Gründungsmitglieder ist uns leider nicht überliefert, doch dürften neben der oben genannten Vorstandschaft auch diese Mitglieder zu den Männern der ersten Stunde gehören. Ferner sind Johann Jäger, Georg Treutterer, Korbinian Weigl, Johann Weber, Michael Steber und Leonhard Mair zu ihnen zu zählen.

In einem vom 25. März 1899 datierten Gesuch um Unterstützung aus Distriktsmitteln zur Beschaffung neuer Schläuche und anderer Ausrüstungsgegenstände schildert Bürgermeister Stadler die damalige Lage: "Die Gemeinde Emmering gehört zu den Minderbemittelten des Königlichen Bezirksamtes Bruck, besteht größten Teils aus Gütlern, Häuslern und Taglöhnern und ist daher einer Unterstützung sehr bedürftig. Die vorhandenen 150 Meter alten Schläuche sind bei den Löscharbeiten von fünf Bränden, die in fünf Monaten in der Gemeinde aufeinander folgten, unbrauchbar geworden, deshalb sind 250 Meter neue Schläuche notwendig.

Die Aufzeichnungen der Protokollbücher beginnen mit dem Jahre 1901. In der Generalversammlung am 13. Januar waren 48 Mitglieder anwesend, die Johann Kistler, der das Amt des Vorstandes bereits seit 1897 innehatte, bestätigten und Johann Jäger zum Ersten Kommandanten wählten. Die Namen der vorangegangenen Vorstände und Kommandanten sind mit Ausnahme eines Kommandanten Hofmann und dem schon bei der Gründung erwähnten Johann Aumüller nicht bekannt.

Die Anschaffung einer ersten Standarte konnte in einer Versammlung am 29. Mai 1902 beschlossen werden. Nach den Angaben im Protokollbuch zeigte diese Fahne auf einer Seite das Bild des hl. Florian auf weißem Grund und die Aufschrift "Gott zur Ehr', unseren Nächsten zur Wehr" und auf der anderen Seite auf roter Seide das Feuerwehremblem und die Schrift "Freiwillige Feuerwehr Emmering, 1902". Die 1949 beabsichtigte Restaurierung verwarf man, "weil zu kostspielig" 1951 wieder, denn die Fahne war, so der Protokollführer, "während des Krieges unverständlicherweise bis auf das Fahnentuch abmontiert" worden.

Über die Ausrüstung, insbesondere über die vorhandenen Spritzen, sagen die Versammlungsprotokolle leider nur wenig aus. Aus dem Jahr 1916, als es durch den Ersten Weltkrieg an Kräften mangelte, ist nachzulesen, dass beim Brand beim Mayerhofer (19. Oktober 1916) "in der Nähe des Brandherdes wohnende Personen sich mit Wasserschaffeln zum Löschen begeben" mussten, um eine eingesetzte Handspritze mit Wasser zu speisen. Ein Jahr später wird von einer "Übung an der neuen Spritze" berichtet, deren Existenz auch bei Übungen 1920, wo es heißt "auch die alte Spritze herangezogen bestätigt wird.

Ein Visitationsbericht über die am 18. und 25. April 1926 durchgeführten Übungen bescheinigt, dass die "Verführungen einen mustergültigen Verlauf nahmen. Geräte und Schlauchanlagen waren in bester Ordnung und fielen besonders durch die gute Disziplin, die bei solchen Anlässen sonst nur selten zu beobachten ist, auf. Die aus 52 Mann bestehende Pflichtfeuerwehr rückte mit Ausnahme von zwei Mitgliedern, deren Fernbleiben durch ärztliche Zeugnisse begründet war, komplett aus." 

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