Donnerstag, 20. September 2018
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Mit dem Kauf einer Motorspritze, der ersten im Landkreis Fürstenfeldbruck, begann 1927 für die Emmeringer Feuerwehr ein neues Zeitalter. Es handelte sich um eine "zweirädrige Koebe Motorspritze auf Kugellagern und Gummibereifung, und zwar in der neuen, leichten Ausführung", wie es in der am 21. Februar 1927 von der liefernden Firma Eugen Seeger, München Laim, ausgestellten Rechnung heißt. Zum Kaufpreis in Höhe von 5850 Mark leistete die Regierung einen 25 %‑igen Zuschuss. Als bald nach der Anschaffung dieser modernen Anhängermotorpumpe beim Brucker Greif Wirt ein Großbrand ausbrach, konnte die Emmeringer Feuerwehr damit ihre erste Bewährungsprobe bestehen. Mit der neuen Spritze war sie anderen Wehren überlegen und leistete hervorragende Arbeit, "was bei den anwesenden Behördenvertretern besonders anerkennend wirkte".

Im gleichen Jahr ist in Gut Roggenstein ein aus 18 Mann bestehender Löschzug gebildet worden, der als zweiter Zug an die Ortsfeuerwehr angeschlossen war.

Im Sommer 1933 wurde der Emmeringer Wehr mit der Durchführung des Bezirksfeuerwehrtages eine besondere Ehre zuteil. Ein Antrag, gleichzeitig auch das Gründungsfest mitzufeiern, ist "wegen der derzeitigen Notlage" abgelehnt worden.

Die beginnende Zeit des Nationalsozialismus macht sich auch im Protokollbuch bemerkbar: Ab 1935 heißen die Zusammenkünfte nicht mehr Versammlung, sondern Feuerwehrappell. Zwei Jahre später lautet einer der Tagesordnungspunkte "Eingliederung der Feuerwehr zu den gegebenen Anordnungen". Während 1935 die Gemeinde noch "wegen guter Durchführung der Verdunklungsübung vom Bezirksamt vollste Anerkennung erhalten" hat, rügt 1940 der "Luftschutzwart" das schlechte Verdunkeln der Wohnungen und Ställe. Im gleichen Jahr wird die "Feuerwehrpolizei Emmering" auch zum Kreisparteitag nach Fürstenfeldbruck berufen. Der langjährige Erste Kommandant heißt plötzlich Hauptbrandmeister und später Obertruppführer. Von 1942 bis 1946 schweigt das Protokollbuch.

Der 1939 ausgebrochene Weltkrieg dauerte an. Immer mehr Männer wurden eingezogen. Um in der Heimat trotzdem den Feuerschutz sicherzustellen, bildet man eine Frauenlöschgruppe, die insbesondere im Luftschutz ausgebildet war. Viele Kameraden der Feuerwehr sind aus dem verhängnisvollen Weltkrieg nicht mehr nach Hause zurückgekehrt, sind gefallen oder blieben für immer vermisst. Auch für die nicht zur Wehrmacht eingezogenen Feuerwehrmänner begann eine schwere Zeit. In Erinnerung geblieben sind vor allem die als "grausam und mörderisch" bezeichneten Einsätze der Emmeringer Feuerwehr im von Bombenangriffen zerstörten München. Für diese hilfreichen Einsätze sprach nach dem Krieg die Stadtverwaltung der Landeshauptstadt der Emmeringer Wehr öffentliche Anerkennung aus.

In den schweren Nachkriegsjahren hatten der damalige Kommandant Korbinian Weigl und Löschzugführer Leonhard Pregler alle Mühe, die durch den Einsatz in München stark beanspruchten Geräte und die abgewirtschaftete Ausrüstung in funktionstüchtigem Stand zu halten.

Am 2. Juni 1957 konnte eine neue Fahne geweiht werden. Vorstand und Bürgermeister Anton Eberl, Kommandant Leonhard Pregler und insbesondere der unvergessene Rektor Hans Bierling richteten aus diesem Anlass ein großartiges und gelungenes Fest aus.

Den immerwährenden Bemühungen des Kommandanten Pregler ist es zu verdanken, dass die Gemeinde 1958 ein neues Löschfahrzeug vom Typ Metz LF 8 TSA zum Preis von etwa 22.500 DM anschaffen konnte, welches am 12. Juli 1959 nach kirchlicher Weihe durch Pfarrer Viktor Ehler vom zweiten Bürgermeister Rektor Hans Bierling der Wehr übergeben wurde. Für dieses Fahrzeug waren vorher Umbauten am alten Feuerwehrhaus nötig, insbesondere die Einfahrt zu erhöhen, wofür zusätzlich etwa 6.000 DM aufgewendet werden mussten.

Als in den Jahren 1967 bis 1969 ein Brandstifter sein Unwesen trieb und innerhalb weniger Monate fünf landwirtschaftliche Betriebe in Flammen aufgingen, stand die Emmeringer Feuerwehr vor einer besonderen Bewährungsprobe. Durch die vorbildlichen Einsätze unter Kommandant Johann Mayerhofer ist damals bei Bekämpfung dieser Brände größerer Schaden vermieden worden. Beim Brand in Wagelsried am 28. Juni 1969 wurde der Brandstifter endlich überführt und verhaftet. 

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