Montag, 16. Juli 2018
Notruf: 112

Der Bau eines neuen Feuerwehrhauses war schon 1922 im Gespräch, doch die Inflationszeit machte diesen Plan zunichte. Durch fehlende Geldmittel musste man sich stets mit geringfügigen Umbauten begnügen. Da sich das Fehlen eines Schlauchtrockenturmes nachteilig auf die Haltbarkeit der Textilschläuche auswirkte, wurde 1957 ersatzweise ein Trockenmast aus Beton aufgestellt. Die erwähnten Großeinsätze zu Ende der 60er Jahre ließen den Wunsch nach einem neuen Haus erneut laut werden. Das alte Feuerwehrgerätehaus, bis dahin nach einigen Umbauten noch immer im ehemaligen "Hüterhaus" untergebracht, genügte den Anforderungen nicht mehr. Nach Abbruch des alten Hauses konnte auf dem gleichen Grundstück unter der Vorstandschaft von Bürgermeister Lorenz Kiener mit einem Kostenaufwand von 621.000 DM ein modernes Gerätehaus erbaut werden und am 20. Oktober 1973 an Kommandant Johann Mayerhofer und seine Männer übergeben werden. Aus dem Fonds für Feuerlöschzwecke erhielt die Gemeinde einen Zuschuss in Höhe von 135.000 DM sowie weitere 13.500 DM von der Bayerischen Brandversicherungskammer. Das architektonisch ansprechend gegliederte Haus, zentral in der Ortsmitte gelegen, bietet Platz für drei Großfahrzeuge und ist außerdem mit einer Einliegerwohnung für den Hausmeister und Zeugwart versehen.

Seit den Neuwahlen von 1975, bei denen Johann Mayerhofer aus Altersgründen nicht mehr kandidierte, ist Ludwig Steinsberger Erster Kommandant. Im gleichen Jahr konnte der Feuerwehr ein Tanklöschfahrzeug vom Typ TLF 16 übergeben werden. 1978 folgte ein weiteres Löschfahrzeug (LF 8 schwer), welches nicht nur mit einer Tragkraftspritze, sondern auch mit allen heute nötigen Rettungsgeräten wie Atemschutzgerät, Rettungsschere, Motorsäge u. dgl. ausgerüstet ist. Die stets sorgsam gewartete Ausrüstung der Emmeringer Feuerwehr befindet sich damit auf dem neuesten Stand und genügt allen an sie gestellten Anforderungen.

Mit Stolz können die Emmeringer Feuerwehrmänner auf die lange Geschichte ihrer Wehr zurückblicken. Wir die Emmeringer Bevölkerung sind ihr zu großem Dank verpflichtet.

Beim Blättern in den alten Protokollbüchern gewinnt der Leser den Eindruck, dass es der Emmeringer Feuerwehr auch in schweren Zeiten nie an Nachwuchs gefehlt hat. Dass dies so bleiben möge, dass sich wie bisher immer Männer bereitfinden, sich für das Leben und Gut des Nächsten in so selbstloser Weise einzusetzen, das darf man unserer Emmeringer Wehr auch für die nächsten Jahrzehnte wünschen, damit der Wahlspruch der Feuerwehr

"Gott zur Ehr' dem Nächsten zur Wehr"

auch in Zukunft nichts von seiner Bedeutung einbüßt.

Roland Bartmann

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